Schnäppchenjäger beim Online-Shopping müssen sich auf spürbare Mehrkosten einstellen. Mit 1. November 2026 führt nämlich die Europäische Union eine neue Bearbeitungsgebühr („Union Handling Fee“) auf Warensendungen aus Drittstaaten ein.
Betroffen sind hauptsächlich Direktbestellungen bei asiatischen Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress. Die neue Pauschale beträgt 2 Euro pro enthaltener Produktgruppe und ergänzt die seit 1. Juli 2026 geltende Zollabgabe von 3 Euro für Kleinsendungen unter 150 Euro Wert.
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2 Euro pro Warengruppe
Die Berechnung folgt dem Prinzip des Pauschalzolls: Entscheidend ist nicht das Paket als Ganzes, sondern die jeweilige Zolltarif- bzw. Warennummer der bestellten Artikel. Kaufen Kunden mehrere Stücke derselben Kategorie – etwa fünf T-Shirts –, fällt die Gebühr nur einmal an. Enthält die Sendung jedoch Artikel aus unterschiedlichen Produktgruppen, wird die Abgabe für jede einzelne davon fällig.
In Kombination mit dem 3-Euro-Pauschalzoll und der österreichischen Paketsteuer schnellt der Preis nach oben: Eine Bestellung über vier Handyhüllen (gleiche Zolltarifnummer) kostet pauschal 3 Euro Zoll sowie 2 Euro Bearbeitungsgebühr. Wird auch die heimische Paketsteuer von 2,40 Euro schlagend, fallen unterm Strich 7,40 Euro an Zusatzkosten an.
3 Produkte können 17,40 Euro zusätzlich kosten
Bestellt man hingegen ein T-Shirt, ein Ladekabel und eine Sonnenbrille, liegen drei unterschiedliche Tarifkategorien vor. Hier werden pro Gruppe 3 Euro Zoll plus 2 Euro Handling Fee fällig – macht 15 Euro. Kommt die Österreich-Paketabgabe hinzu, sind es 17,40 Euro.
Die Verschärfung zielt auf die gewaltige Flut an Billig-Importen ab: Allein 2025 erreichten rund 5,9 Milliarden zollfreie Kleinpakete den EU-Raum. Nach Schätzungen der EU-Kommission waren 65 Prozent dieser Sendungen falsch deklariert oder unterwertig angegeben, um Abgaben zu umgehen. Gut 60 Prozent entsprachen zudem nicht den Sicherheitsstandards der EU.
EU kritisiert Ramschflut
Man erlebe die größte Reform des Zollrechts seit 1968, betonte der Chefverhandler des EU-Parlaments, Dirk Gotink: Chinesische Plattformen würden die Zollbehörden mit einer Flut an Produkten überschwemmen, die europäische Standards unterlaufen. Man beende das schädliche Geschäftsmodell billiger, rechtswidriger und gefährlicher Importe zugunsten eines Handels, der auf europäischen Standards und fairem Wettbewerb beruht, so Gotink.
tmw,
Akt. 26.10.2026, 12:56, 26.10.2026, 12:33
